*Interview* Bettina Belitz

Liebe Leute,

heute habe ich die Ehre, Euch eine ganz besonders tolle Autorin vorzustellen. Ich hatte das große Glück, ein Interview mit Bettina Belitz zu führen, welche viele von Euch bestimmt kennen. Ihr neuer Roman "Mit uns der Wind" wird am 9. März 2015 im Script5 Verlag erscheinen!

Ein kleiner Vorgeschmack bietet Euch vorab schon mal der Buchtrailer!


Foto: Fabian Stürtz


Dein neues Buch "Mit uns der Wind", wird schon ganz bald erscheinen und vielleicht könntest Du Dich einmal kurz selbst vorstellen und uns erzählen, wie Du zum Schreiben gekommen bist.

Buchstaben sind meine Leidenschaft - und Klang ist die Quelle meiner Inspiration, manchmal auch verknüpft mit einem Ausritt in der wilden Natur des Westerwalds.
Schon im Alter von zwölf Jahren habe ich begonnen, mein erstes Buch zu schreiben - und seitdem nicht mehr damit aufgehört. Allerdings war ich stets zu scheu, um meine Manuskripte an Verlage zu schicken. Deshalb lernte ich "was Ordentliches", studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete zwölf Jahre lang als Printjournalistin, bevor meine Agentin mich im Internet entdeckte und unter Vertrag nahm. Seitdem darf ich endlich meinen Traumberuf aus Kindestagen ausüben und habe es noch keine Sekunde bereut.
Ich liebe die Natur und verbinde mich am liebsten vom Rücken meines Pferdes aus mit ihr. Ich habe ein ausgeprägtes Faible für Kampfsport und Qi Gong, empfinde Italien als eine Art Seelenheimat, mag das Meer und erlebe den Zauber unserer Welt am liebsten bewusst im Hier und Jetzt – ob in der Meditation, in der Begegnung mit Menschen, bei der Arbeit mit den Pferden, beim Schreiben oder aber im ganz normalen Alltag.


Foto: Fabian Stürtz


Natürlich interessiert uns, wie schaut denn so ein Schreibtag bei Dir aus? Hast du bestimmte Rituale, bevor Du mit dem Schreiben eines Buches beginnst? Oder legst du sofort los?

Ich habe kein spezielles Ritual, um mit dem Schreiben zu beginnen – ich setze mich an den Schreibtisch und lege los. Allerdings habe ich Rituale, mich auf den Tag einzustimmen, ob ich nun schreibe oder nicht: Ich meditiere seit einigen Jahren morgens und habe festgestellt, dass mir das auch sehr gut hilft, mich mit meiner „Ideenquelle“ zu verbinden und mich auf den kreativen Part meiner Arbeit auszurichten. 



Liest Du in deiner Freizeit auch gern? Wenn ja, welches Genre bevorzugst Du?

Oh ja, ich lese liebend gerne, momentan vor allem Sachbücher und Ratgeber. Gestern habe ich ein Buch über alternative Heilmethoden bei Pferden angefangen – ein Thema, das mich schon länger interessiert und in das ich mich weiter vertiefen möchte. Aber natürlich lese ich auch Romane, insbesondere Jugendromane.



Deine Bücher richten sich ja alle vorwiegend an Jugendliche oder junge Erwachsene. Könntest Du Dir auch vorstellen, Bücher direkt für Erwachsene zu schreiben, in einem ganz anderen Genre? Oder möchtest Du gern bei Jugendbüchern bleiben?

Ja, das kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, aber derzeit richtet sich mein Fokus voll und ganz auf junge Leser. Ich glaube, das wird nie vollkommen verschwinden. Dennoch reizt mich auch das Erwachsenenpublikum. Das Schöne am Erwachsenenbuch ist, dass man eine gewisse Reife und eine größere Fülle von Lebenserfahrungen voraussetzen und sie somit auch seinen Protagonisten verleihen kann. Genau das ist im Umkehrschluss aber auch das, was ich an den Büchern für junge Leser so schätze: Junge Menschen sind noch nicht so verkopft, erlauben sich mehr Spontaneität und Leidenschaft, stürzen sich auch mal kopfüber in neue Situationen. Außerdem ist die erste Liebe etwas ganz Besonderes und kann einen für das gesamte Leben prägen – im Idealfall positiv.



Woher stammen die Ideen zu Deinen Büchern? Und vor allem, woher stammt die Idee zu "Mit uns der Wind"?

Ich habe nie das Gefühl, dass ich Geschichten er-finde, sondern vielmehr, dass ich sie finde. Aus irgendeinem Grund habe ich das Glück, dass sich für mich ein Fenster zu diesen Geschichten öffnet und ich die Fähigkeit habe, sie aufzuschreiben. So war es auch bei „Mit uns der Wind“ – zuerst war eine Ahnung von Mona und Adrian da, wie eine Eingebung, und dann habe ich mich so lange darin vertieft, bis sich die Geschichte mir eröffnet hat und greifbar wurde. Oft weiß ich auch viel mehr über meine Helden und deren Leben, als ich im Roman aufschreiben kann.



Wie lange hat es gedauert, bis "Mit uns der Wind" komplett fertig geschrieben war?
Erscheint am 9. März 2015 bei Script5
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Ich glaube, zwei Monate. Aber natürlich habe ich mir schon vorher Gedanken über den Plot und die Figuren gemacht – und anschließend gingen noch ungefähr weitere zwei Monate für den Prozess des Lektorats ins Land, im Zuge dessen das Skript zwischen der Lektorin und mir und den Korrektoren hin und her wandert. 

Wer ist auf dieses hübsche Buchcover gekommen?


Das haben wir den Grafikern des script5-Verlags zu verdanken. Ich bin sehr glücklich mit dem Cover, weil es für mich den „Geist“ des Romans auffängt und optisch bündelt. Es hat eine sonnige, feurige und kraftvolle Energie und ist dennoch zart und poetisch.


Handelt es sich bei "Mit uns der Wind" um einen Einzelteil, oder soll dies wieder eine mehrteilige Reihe werden?

„Mit uns der Wind“ ist ein Einzeltitel. Das bedeutet aber nicht, dass es nie wieder Reihen von mir geben wird … ;-)


Kommen wir mal zu den Charakteren in Deinem Buch.
Mona, die Protagonistin im Buch leidet unter einer seltenen Form von "Narkolepsie", einer Schlafkrankheit, wie bist Du darauf gekommen, ausgerechnet diese mit in die Story einzubinden?


Ich glaube, das fast jedes Handicap auch eine Chance bietet, quasi die Kehrseite der Münze. Wenn Mona mitten am Tage aufgrund ihrer Krankheit in den Schlaf fällt, eröffnet sich ihr eine Art andere Bewusstseinsebene – sie hat ausdrucksstarke, real wirkende Träume, in denen sie ihre Mitmenschen als Energiewesen wahrnimmt. Adrian glaubt sie dort zum Beispiel als einen prachtvollen, purpurfarbenen Drache zu sehen. Diese Bilder haben für Mona leitenden Charakter und sie nimmt in ihren Schlafphasen teilweise mehr über ihre Mitmenschen wahr, als sie es in der Realität vermag. So ist die Narkolepsie nicht nur eine lästige Krankheit, sondern auch ein Tor zu ihrer eigenen Seele. Doch auch der mit der Narkolepsie verbundene Kontrollverlust war für mich beim Schreiben ein sehr interessanter Aspekt und gar nicht so exotisch, wie man meinen möchte – geben wir doch alle ein Stück weit die Kontrolle ab, wenn wir nachts schlafen oder uns Hals über Kopf in einen anderen Menschen verlieben …


Ich durfte ja schon einige Seiten in Dein neues Buch hineinlesen, und mir fiel auf, dass Du aus zwei 
Sichten Deiner Protagonisten schreibst, was ich richtig gut finde, da der Leser somit auch in Adrians Leben und Gedanken blicken kann. War es Dir wichtig, diesmal aus zwei Sichten zu schreiben? Und wen magst Du lieber, Mona oder Adrian?

Ich habe beide gleich gern und sie haben ihren festen Platz in meinem Herzen. Gerade bei dieser Geschichte, die innerhalb weniger Tage, in der Gegenwart und größtenteils an einem Setting spielt, haben sich die zwei Perspektiven angeboten. Ich wollte meinen Lesern aber auch ermöglichen, dieses Mal den männlichen Helden besser kennenzulernen. Ich habe oft die Rückmeldung bekommen, dass sie gerne mehr Zeit mit Colin, Leander oder Jan verbracht hätten. Das sollte bei „Mit uns der Wind“ möglich sein. J Gleichzeitig gewinnt die Geschichte an Spannung, denn Mona und Adrian verfolgen anfangs vollkommen unterschiedliche Pläne und verpassen sich immer wieder um Haaresbreite.


Wie bist Du auf die beiden Figuren gekommen? Gab es vorab irgendwelche Inspirationen?

Das ist so ähnlich wie mit der Idee an sich – diese Idee führt die Figuren quasi im Schlepptau mit sich. Es gibt keine konkreten Personen, die mich für Mona und Adrian inspirierten. Sie waren einfach da und sagten „Hallo, schreib über uns“. Mona hat für mich etwas Feenhaftes, Geheimnisvolles, in dem eine immense Kraft lauert, während der athletische Adrian mit seinen Beinahe-Zwei-Metern und seinen wilden Locken äußerlich ein Wildfang ist, hinter dem sich jedoch eine sehr sensible Seele verbirgt. 


Würdest Du Mona oder Adrian gern mal treffen und mit ihnen Zeit verbringen?

Nun, das habe ich ja gewissermaßen schon getan. Meine Figuren sind für mich sehr real, wenn ich ihre Geschichte aufschreibe, und gehen auch nie vollkommen weg, nachdem ich mich von ihnen verabschiedet habe. Hin und wieder treffen wir uns noch, meistens im Traum oder in der Meditation. Irgendwo da draußen laufen sicher auch ein leibhaftiger Adrian und eine leibhaftige Mona herum, vielleicht mit anderen Namen, vielleicht mit anderen Gesichtern. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es sie gibt. 


Die Geschichte spielt u.a. bei einem Rockmusikfestival. Bist Du selbst ein Fan von Rockmusik und besuchst Du solche Festivals?

Ich bin generell ein großer Musikfan, liebe Live-Musik und habe schon unzählige Konzerte besucht. Privat höre ich in stressigen Lebensphasen vor allem ruhigere Musik, um abends runterzukommen, doch ich kann auch mal morgens um zehn das Radio aufdrehen, weil gerade Led Zeppelin oder Deep Purple läuft. Meine Nachbarn können vermutlich ein Lied davon singen. J Ich mache nach diesem Song dann aber wieder leiser. Ehrlich. Es sei denn, es läuft ein zweiter Led Zeppelin-Song … ;-)


Zum Schluss noch die Frage: Wirst du eine Lesereise zu Deinem neuen Buch machen? Wenn ja, wo kann man Dich dann antreffen?

Da ich ein Kind im Vorschulalter habe, mache ich keine mehrtätigen Lesereisen, aber natürlich stehe ich für Lesungen zur Verfügung. Die Termine vermelde ich immer auf meiner Facebookseite oder auf Google+. Die Premierenlesung zu „Mit uns der Wind“ findet auf der Buchmesse in Leipzig statt – am Sonntag, 15. März, um 11 Uhr auf der Fantasy-Insel. 

Folgende Bücher sind von Bettina Belitz bereits erschienen




Vielen lieben Dank an Bettina für die Beantwortung der Fragen! 


Eure Sharon


































1 Kommentar:

  1. Ein wirklich tolles und interessantes Interview :)

    Ich habe das (absolut wundervolle) Buch am Sonntag beendet und finde es daher noch spannender viel über die Entstehung und die Charaktere zu erfahren :) und das ist dir durch deine Fragen absolut gelungen.

    Liebe Grüße, Ally

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